Lösungen für Probleme finden

​Manchmal gibt es einfach Situationen, in denen wir den Eindruck haben, dass ein Problem, das wir mit uns herumschleppen, einfach gelöst werden muss. Aber - irgendwie bekommen wir das nicht hin. Vielleicht plagt ja auch Dich ein hartnäckiges Problem, das Du schon lange anpacken und eine Veränderung in die Wege leiten wolltest. Aber trotzdem hast Du es nicht getan oder es hat nicht funktioniert. Wenn das so ist - dann lass uns gemeinsam schauen und einen Weg finden, damit Du diese Last endlich los wirst.

Was soll ich bloss machen?

​I​ch wusste einfach nicht weiter. Es ging um die Beziehung zu meinen Eltern. Jedes Mal, wenn wir zusammen trafen und mehr als drei Stunden miteinander verbracht haben, eskalierte es. Alte Situationen wurden dann wieder ausgepackt, der eine Vorwurf jagte den anderen, und irgendwann war die Situation wieder so verfahren, dass sich alle schlecht gefühlt haben. Ich habe mich so unverstanden gefühlt von meinen Eltern! Ich dachte mir, dass es das Beste ist, den Kontakt ganz abzubrechen, habe mich das aber nicht getraut. Ich wusste nicht, was ich machen sollte.

Nahe Menschen, die uns herausfordern

​Es ist gar nicht so selten, was Brigitte (Name und Fall verändert) beschreibt. Und vor allen Dingen aus dem Bereich mit Menschen, die uns eigentlich nahe stehen, die uns etwas bedeuten, begegnen uns oft solche Schilderungen. Nicht nur mit den Eltern. Auch mit Freunden, Kollegen und anderen nahen Menschen in unserem Leben. Eigentlich wollen doch alle eine gute Zeit haben, aber dann entwickelt es sich ganz anders, und am Ende fühlen sich alle schlecht. Ein Schauspiel, das immer wieder in abgewandelter Form inszeniert wird. Die Frage, die wir uns stellen können: Will ich weiter meine Rolle in diesem Schauspiel spielen? Denn: ein Ausstieg aus diesem Theater ist möglich.

Mögliche Methoden:

Gefühle von damals

​Was Brigitte erlebt hat, kennen bestimmt viele. Die Schwierigkeit, eine Beziehung zu Menschen zu gestalten, die uns eigentlich sehr nahe stehen. Die Eltern sind hier das extremste Beispiel, neben den eigenen Lebenspartnern natürlich. Da, wo wir Nähe empfinden, sind wir auch besonders verletzlich. Da, wo wir besonders verletzlich sind, reagieren wir emotional mit besonderer Intensität. Sei es eine Verletztheit, sei es Wut. Wie wir reagieren, ist immer individuell. Relevant ist, dass sich in solchen Situationen immer auch Gefühle aus vergangenen Erlebnissen mit diesen Personen mischen - oft bis in die Kindheit reichend. Das macht es so verfahren. Aber auch da gibt es gute Methoden, anzupacken und eine Veränderung im Erleben und und Verhalten zu erreichen.

Brigittes Weg

​Für Brigitte stand fest: So nicht mehr. Das muss sich ändern! Sie trug sich mit der Frage, ob sie den Kontakt zu ihren Eltern komplett abbrechen soll oder sich einfach in den Begegnungen mit ihren Eltern zurückziehen und gute Miene zum bösen Spiel machen soll. Im Laufe des Beratungsprozesses wurde ihr jedoch klar, dass sie weder das eine noch das andere will. So arbeitete sie daran, eher wahrzunehmen, wann sie auf bestimmte Worte und Verhaltensweisen ihrer Eltern "anspringt", die sie unglaublich wütend machten und sie verletzten, so dass es von ihrer Seite her schnell eskalierte. Sie übte Methoden ein, die ihr halfen, weniger stark emotional zu reagieren und stattdessen sachlich zum Beispiel implizite Kritik ihrer Mutter aufzudecken und zurück zu weisen. Das machte sie freier. Es hat die Beziehung verändert, aber Brigitte fühlt sich nun authentischer und erwachsener im Kontakt mit ihren Eltern.

Den Kopf wieder frei bekommen

​Es gab nur noch das Kreisen um dieses eine Thema in meinem Kopf: die Situation in meinem Job. Ich wollte da einfach nicht mehr hingehen morgens. Es hat mich nicht nur gelangweilt, es hat mich mittlerweile fertig gemacht. Mein Chef war extrem inkompetent und menschlich wirklich mies. Und was ich gemacht habe, hat keinerlei Sinn gemacht. Entweder ich habe für die Tonne gearbeitet oder ich musste etwas abgeben, was zwar so gewollt, aber hirnverbrannt war. Und am schlimmsten war: ich konnte nur noch an all das denken. Mein Kopf war wie besetzt davon. Ich konnte das nicht länger ertragen.

Sinnloses Funktionieren

​​Die Erfahrung von Ümit (Name und Fall verändert) steht sicher exemplarisch für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das Funktionieren als Individuum in einer zweckgerichteten Hierarchie. Da wird keine Rücksicht darauf genommen, ob man sich nun mit den Vorgesetzten und Schnittstellenpartnern wohl fühlt, ob das menschlich passt. Und es ist auch meist egal, wenn die eigenen Vorstellungen von dem, was und wie man es machen könnte, ganz anders sind als das, was gerade unternehmenspolitisch gewollt ist. Es zählt das, was erwünscht ist. Nicht alle können oder möchten sich da so einfügen und lediglich ein anspruchslos funktionierender Teil eines oft fragwürdigen Ganzen sein. So, wie Ümit eben, der darüber unglücklich wurde. Und er litt vor allen Dingen auch darunter, dass er ständig darüber nachgrübelte, so dass er kaum andere Gedanken fassen konnte und geistig immer damit beschäftigt war.

Mögliche Methoden:

Weiter so oder nicht?

​Die Frage, die Ümit sich stellte, war: kann und möchte ich so weiter machen? Und das ist eine wichtige Frage. Denn sie zeigt, dass er noch einen guten Kontakt zu seinen eigentlichen Lebenszielen hatte. In ihm war noch etwas da von dem Wunsch, etwas zu bewegen, sich einzubringen. Und er merkte, dass das dort, wo er war, schwer möglich war. Für Ümit war es früh genug. Leider ist es oft so, dass in einer Situation wie Ümit sie erlebt hat, eine Gegenreaktion eintritt: Menschen versuchen dann, ihre lebendigen Lebensziele, ihre Träume und Wünsche so sehr zu unterdrücken, damit sie diese nicht mehr spüren und dadurch besser im Job funktionieren können. Das is problematisch, weil es sich oft später rächt - in Depressionen und in körperlichen Erkrankungen. Ümit war da zum Glück früh sensibilisiert.

Ümits Weg

​Ümits Weg lag in zwei Aspekten. Einerseits darin, noch einmal neu auf Entdeckungsreise zu gehen: was ist ihm für sein Leben wirklich wichtig. Jenseits der Stammtisch-Lebensziele: Haus, Auto, Kinder und mit 60 dann Ruhestand. Ümit hat tiefer geschaut: Wofür lohnt es sich wirklich zu leben? Was macht mich zutiefst glücklich in meinem Leben? Worein möchte ich meine begrenzte Energie und Zeit ernsthaft investieren? Das waren tiefe Fragen, die Ümit sich stellte und auch beantwortete. Andererseits hat Ümit Methoden erlernt, seinen Geist selber ein wenig zu beruhigen und aus den Gedankenspiralen auszusteigen, um überhaupt wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Diese beiden Aspekte haben den Grundstein gelegt, um zu schauen, wie es für Ümit auch beruflich weitergehen kann. Er hat sich neu orientiert und ist diesen Weg gegangen. Und er ist glücklich.