Kraft, Mut und Balance wiederfinden

​​Wenn Dir gerade alles zu viel wird und Du denkst, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Wenn Erschöpfung, bloßes Funktonieren und Hilflosigkeit Dein Erleben bestimmen oder Du einfach nicht mehr runterkommen kannst, dann kann es helfen, mit jemandem daran zu arbeiten und das Ruder gemeinsam herumzureißen. Ich stehe Dir zur Seite und gehe diesen Weg mit Dir zusammen.

Kontrolle und Balance zurückgewinnen

​Ich dachte eine Zeit lang: Ich brauche einfach nur mal einen längeren Urlaub, dann wird schon alles wieder werden. Und als der Urlaub dann vorbei war, merkte ich, dass es genau so nicht war. Die Erschöpfung war schon am ersten Arbeitstag wieder zurück. Das Genervtsein von allen, die etwas von mir wollten. Ich musste noch dies und das machen und wollte das auch alles irgendwie schaffen. Ich habe mich immer mehr zusammengerissen. Aber irgendwann konnte ich niemandem mehr gerecht werden, und mir schon gar nicht. Ich war mir vollkommen fremd geworden. Wo war der unbeschwerte und lebenslustige Mensch von damals hin? Ich wurde immer unglücklicher und bekam einen Tunnelblick. Ich hatte das Gefühl, mein Leben nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Ich wollte und konnte so nicht mehr weiter machen.

Mit Grenzen umgehen

​​​Was Sebastian (Name und Fall verfremdet) berichtet, ist keine Seltenheit. Das "immer noch ein wenig weiter durchhalten" ist völlig natürlich für Menschen, die einen hohen Anspruch an sich selbst und ihre Leistung haben. Und trotzdem hindert es uns manchmal daran, rechtzeitig einen anderen Weg einzuschlagen. Es geht nicht darum, bei jeder anstrengenden Herausforderung die Flinte ins Korn zu werfen. Aber es geht darum, Änderungen einzuleiten und bewusst herbeizuführen, wenn wir auf dem Weg sind, nachhaltig unglücklich und später dadurch sogar ernsthaft krank zu werden. Es geht darum, seine Grenzen wahrzunehmen und bewusst und konstruktiv mit ihnen umzugehen. Grenzen sind keine Schwäche - sie machen und halten uns langfristig stark und gesund.

Mögliche Methoden:

Innere Antreiber

​​​Bei Sebastian waren es sogenannte "innere Antreiber" (ein Konstrukt aus der Transaktionsanalyse), die ihn immer weiter haben machen lassen, auch dann, als es für ihn schon lange nicht mehr gut war. "Sei stark!", "Von nichts kommt nichts!" oder "Mach es perfekt!". Vielleicht kennst Du solche Gedanken auch, die Dich dazu verleiten, weiter zu machen, obwohl Du eigentlich nicht mehr kannst. Diese Antreiber sind praktisch, weil sie uns zu großen Leistungen und Erfolgen verhelfen. Aber sie können auch krank machen, wenn sie kein Gegengewicht erfahren sondern freien Lauf haben. Denn dann kommt es zu einer Situation, in der ich das Gefühl habe, nicht mehr selbst zu kontrollieren, was ich will und mache, sondern ich mich getrieben und gesteuert fühle. Diese Antreiber sind glücklicherweise veränderbar.

Sebastians Weg

​Für Sebastian bestand der Weg darin, sich seine "inneren Antreiber" bewusst zu machen und nach und nach eine andere, für ihn gesündere Haltung zu entwickeln. Er lernte zunächst, seine Antreiber wertzuschätzten und entwickelte dann andere Einstellungen, die ihm die innere Freiheit zurückgegeben haben, zu spüren, ob eine Grenze bei ihm erreicht ist und dann auch ganz bewusst zu entscheiden, ob er sie jetzt überschreiten oder einhalten möchte. Neben diesem guten Gefühl der inneren Freiheit, die Sebastian dadurch spürt, hat das auch nach und nach zu einer Entspannung beigetragen. Er ist nun deutlich zufriedener und ausgeglichener, weil er fühlt, dass er sein Leben wieder im Geriff hat, es selbst steuert - und nicht das Leben ihn.

Sich selbst zurückgewinnen

​​Ich erkannte mich selbst überhaupt nicht wieder. Eigentlich war ich immer jemand, die total interessiert war, wie es den anderen geht. Aber wenn eine Freundin angefangen hat zu berichten, was sie beschäftigt, hatte ich schon keine Lust mehr, mir das anzuhören. Ich war mit meinen Gedanken ohnehin immer wo anders. Es hat sich angefühlt, als ob ich auch nach Feierabend und am Wochenende auf Hochtouren laufe, ich bin überhaupt nicht mehr runtergekommen. Extrem reizbar und dünnhäutig. Bei der kleinsten Sache, die nicht so lief, wie ich mir das vorgestellt hatte, habe ich einen Wutausbruch oder einen Heulanfall bekommen. So kannte ich mich gar nicht, und so mochte ich mich auch nicht. Ich war nicht mehr ich selbst. 

Zwischen Resignation und Wut

​Susanne (Name und Fall verändert) schwankte in ihrem emotionalen Erleben oft nur noch zwischen Resignation und Verzweiflung auf der einen und Wut auf der anderen Seite. Nicht nur, dass sie sich selbst in diesem Zustand nicht mehr ausstehen konnte, auch ihr soziales Umfeld wie Familie und Freunde waren zunehmend genervt, weil sie so für andere Menschen einfach "anstrengend" war. Sie hatte zudem das Gefühl, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Andere schaffen das doch auch, sagte sie sich innerlich immer wieder. Das hat ihren Druck und ihr Gefühl des Versagens natürlich noch erhöht.

Mögliche Methoden:

Teufelskreis der Selbstabwertungen

Susanne steckte in einem schwierigen Teufelskreis aus Belastung und Selbstabwertungen. Beides hat sich gegenseitig immer weiter verstärkt. Sie hat realisiert, dass sie überlastet ist, dass sie eigentlich einen Schritt zurück treten sollte. Gleichzeitig aber hat sie sich unter Druck gesetzt und sich immer wieder dafür gescholten, dass sie offenbar einfach zu unfähig, zu wenig belastbar und zu empfindlich sei. Dies Phänomen ist gut bekannt und verursacht wirklich viel Schmerz bei denjenigen, die in einem solchen Teufelskreis gefangen sind. Dieser destruktive Mechanismus kann glücklicherweise durchbrochen werden.

Susannes Weg

​Susanne lernte mit der Zeit, anders mit sich umzugehen und vor allen Dingen, anders innerlich mit sich selbst zu sprechen. Dem ging voraus, eine andere Haltung sich selbst gegenüber einzunehmen. Eine Haltung, die weniger durch ein schlechtes Bild von sich selbst im Vergleich mit anderen geprägt war und viel mehr ihre konstruktiven Eigenschaften in den Blick nahm, die sie vollkommen aus dem Blickfeld verloren hatte. Das gab ihr nach und nach mehr Kraft und Zuversicht. Und genau das war die Basis, auch andere Aspekte in ihrem Leben anzupacken und zu verändern, die dazu führten, dass sie sich nicht mehr so ausgebrannt fühlte und sie es auch wieder gut mit sich selber aushalten konnte. Genauso wie nun auch ihre Familie und Freunde.